Überblick
Gemeinsam mit der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU Kaiserlautern-Landau) wurde ein Algorithmus basiertes Versiegelungstool entwickelt, das hochaufgelöste Luftbild-Vektordaten mit städtischen Katasterdaten kombiniert. Ziel ist es, den Versiegelungsgrad präzise zu erfassen und sogenannte Hotspots zu identifizieren, was eine wichtige Grundlage für Klimaanpassungsmaßnahmen darstellt. Da bisherige Analysen aufgrund unvollständiger Daten, geringer
Auflösung von Satellitenbildern und hohem personellem Aufwand fehleranfällig waren, wurde der Algorithmus durch manuelle Verifizierung schwer unterscheidbarer Bodenbeläge gezielt angelernt.
Das Ergebnis ist ein leistungsfähiges Instrument, das sowohl den Grad als auch die räumliche Verteilung der Versiegelung zuverlässig abbildet und damit eine effektivere Umsetzung städtischer Klimamaßnahmen ermöglicht.
Das Tool
Das aus dem Projekt entstandene Tool, welches von Mitarbeitenden der RPTU Kaiserlautern-Landau entwickelt wurde, ermöglicht es, Raster-Bilddateien in die Software zu laden und den Versiegelungsgrad je Pixel zu ermitteln. Hierzu wird jeder Pixel durch den trainierten Algorithmus auf seinen Versiegelungsgrad bewertet. Als Ergebnis entsteht eine Wahrscheinlichkeit, ob der Pixel eine versiegelte oder unversiegelte Fläche darstellt. Das Ergebnis stellt die Genauigkeit des Algorithmus da. Dieser liegt gegenwärtig bei 92 %. Um den Versiegelungsgrad zu bestimmen wird angenommen, dass alles über einer Wahrscheinlichkeit von z.B. 80 % Versiegelung auch wirklich versiegelt ist.
Mehrere Pixel lassen sich dann zu Flächen, beispielsweise einem Stadtquartier, zusammenfassen. So lässt sich ermitteln, wie hoch der Versiegelungsgrad in diesem Quartier ist. Werden dann 2 Jahre später neue Luftbilder erstellt, können diese wieder vom Tool ausgewertet werden. So lässt sich über Zeit eine Entwicklung verfolgen.