Das Projekt “LivableCities”

In LivableCities arbeiten 6 nordwesteuropäische (NWE) Städte und 7 Partner aus wichtigen Akteursgruppen zusammen, um gemeinsame Herausforderungen als Folge nicht-nachhaltiger Stadtentwicklung zu adressieren: Biodiversitätsverlust, Luftverschmutzung und Klimaanfälligkeit. Starke Versiegelung hat Grünflächen verdrängt, Bodenfunktionen beeinträchtigt, Lebensräume verkleinert, Hitzeinseln verstärkt, die Versickerung eingeschränkt und die Luftqualität verschlechtert – 2022/23 besaß keine nordwesteuropäische Stadt eine „gute“ Luftqualität. Als Gegenmaßnahmen werden blau-grüne Infrastrukturen (BGI) umgesetzt, ohne jedoch „herausfordernde Räume“ zu adressieren: Flächen, die durch frühere Planungen und mangelnde Pflege hohe Versiegelungsgrade, Biodiversitätsverluste und Nutzungskonkurrenzen aufweisen (z. B. Verkehrsinfrastruktur, grüne Wüsten, enge Straßen). LivableCities konzentriert sich daher auf die Schaffung, Ausweitung und Verbindung von BGI auf verschiedenen Ebenen, um BGI in den 6 NWE-Städten zu erhöhen, „herausfordernde Räume“ in BGI Netzwerke einzubinden und die Biodiversität, die Luftqualität und die Klimaresilienz zu fördern. LivableCities verbindet Politik, Planung, Praxis und Kapazitätsaufbau: Die Städte entwickeln (und nutzen) eine gemeinsame BGI-Strategie (Zielstellung) und einen BGI-Aktionsplanungsrahmen (Umsetzungsinstrumente). Sie entwickeln gemeinsam 3 Pilotmaßnahmen (BGI-Netzwerke, blaugrüne Quartiere und Mikrohabitate), bewerten die Auswirkungen auf Biodiversität, Luftqualität und Klimaresilienz und erarbeiten 3 Praxis-Lösungen: einen Planungsansatz für BGI-Netzwerke („nexus“), ein Toolkit für BGI auf Quartiersebene („patches“) und ein Manual für modulare BGI-Typologien („plugins“). Gemeinsame Schulungsprogramme stärken die Kapazitäten für BGI in Wissenschaft, Verwaltung, Planung, Politik, Praxis und Bürgerschaft/Zivilgesellschaft. Alle Partner kooperieren transnational und bringen Wissen zu BGI, Politik, Planung, Bildung, Biodiversität, Luftqualität, Klimaanpassung und Kommunikation ein.

Partnerprofil Stadt Landau

Die Stadt Landau in der Pfalz (48.341 Einwohner) ist eine engagierte kommunale Partnerin im Projekt „LivableCities“ und bringt umfangreiche Expertise in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Blau-Grüne Infrastruktur (BGI) ein. Die Stadt verabschiedete ein Klimaschutzkonzept (2018) sowie ein Klimaanpassungskonzept (2020), richtete 2023 eine eigene Klimastabsstelle ein und ist Mitglied im Kommunalen Klimapakt Rheinland-Pfalz. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Umwandlung ehemaliger Militärflächen in klimaangepasste Stadtquartiere verfügt Landau über fundiertes Praxiswissen bei der Umsetzung von BGI unter anspruchsvollen räumlichen Bedingungen.

Als Partnerstadt beteiligt sich Landau aktiv an der gemeinsamen Entwicklung der „Joint-BGI-Strategy“ sowie des gemeinsamen BGI-Aktionsplanungsrahmens. Die Stadt wirkt in allen Arbeitspaketen mit, insbesondere in Planungslaboren, bei Skalierungs- und Transferaktivitäten, der Entwicklung von BGI-Kompassen, der Kommunikation sowie bei Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau.

Landau übernimmt eine führende Rolle bei der Umsetzung der Pilotaktionen I und II:

Pilotaktion I (BGI-Netzwerk auf Stadtebene): Gemeinsam mit Cork und Straßburg entwickelt Landau einen Ansatz zur Etablierung eines stadtweiten BGI-Netzwerks. Vor Ort konzentriert sich dies auf das „Klimaviertel Horst“, wo die Stadt ein Grünnetzkonzept erarbeitet, beispielhafte BGI-Maßnahmen umsetzt und ausgewählte Straßenräume in grüne Infrastruktur umwandelt. Die Pilotaktion bindet die Bewohnerschaft aktiv ein und zielt darauf ab, soziale und psychologische Zusatznutzen zu generieren.

Pilotaktion II (BGI auf Quartiersebene): In Zusammenarbeit mit Antwerpen, Cork und Utrecht untersucht Landau im Stadtteil „Südstadt“ – einer ehemaligen Militärfläche und städtischen Hitzeinsel mit hohem Versiegelungsgrad und baulichen Restriktionen – die Umsetzung von BGI auf Nachbarschaftsebene. Die Pilotaktion prüft realisierbare Entsiegelungs- und Begrünungslösungen in dichten Altstadtstrukturen und bewertet deren Auswirkungen.

Darüber hinaus beteiligt sich Landau an Pilotaktion III sowie an der Pilot-Expertengruppe und bringt dort Erfahrungen mit (semi-)mobiler BGI und sozialen Zusatznutzen ein. Durch dieses Engagement trägt Landau praxisnahes Umsetzungswissen in die Partnerschaft ein und profitiert zugleich vom gemeinsamen Lernen zu langfristiger Pflege und Erhalt lebenswerter urbaner Räume, zur Einbindung relevanter Akteure sowie zum weiteren Kapazitätsaufbau.